Poolbau mit Folie: Der komplette Leitfaden für Anfänger

Erfahren Sie, wie Sie einen Pool mit Folie selber bauen; vom Plan bis zur Fertigstellung mit praktischen Tipps für Anfänger.

Warum Folienpools die praktischere Wahl sind

Folienpools unterscheiden sich grundlegend von anderen Beckentypen. Während gemauerte oder betonierte Pools eine starre Struktur aufweisen, arbeitet ein Folienpool mit einer flexiblen Kunststoffauskleidung, die das Wasser abdichtet. Diese Folie wird in ein Stahlwand-, Holz- oder Styroporbecken eingelegt und hält das Wasser zuverlässig in allen Beckenformen. Der entscheidende Vorteil liegt in der Flexibilität: Sie bestimmen Ihre Poolform selbst – ob rechteckig, oval, nierenförmig oder als Freiform. Gemauerte Pools hingegen erfordern aufwendige Schalungsarbeiten und lassen sich nach dem Bau nicht mehr verändern.

Bewährte Materialien für lange Lebensdauer

Die Materialien eines Folienpools sind überschaubar und bewährt. Das Herzstück bildet die Poolfolie selbst, idealerweise mit einer Stärke von 0,8 Millimetern, die für Robustheit und Langlebigkeit sorgt. Darunter liegt ein Bodenvlies, das Unebenheiten ausgleicht und die Folie vor Beschädigungen schützt. Die Konstruktion wird durch Beckenrandsteine abgeschlossen, die das Wasser optisch einfassen und die Folie schützen. Hochwertige Materialien wie Renolit ALKORPLAN bieten verschiedene Linien wie Touch, Relief oder Alive an, die unterschiedliche Oberflächenstrukturen und Farben ermöglichen. Eine 0,8-Millimeter-Folie hält bei richtiger Pflege bis zu acht Jahre – bei guter Pflege kann sie noch länger halten.

Klare Vorteile für Ihr Projekt

Folienpools bieten Kosteneffizienz ohne Qualitätsverluste. Die Installation ist unkompliziert und erfordert kein Spezialwissen; mit passenden Werkzeugen lässt sich die Folie schnell montieren. Anders als Betonpools brauchen Sie keine aufwendigen Trocknungsphasen: Nach der Verlegung füllen Sie das Wasser ein und nutzen den Pool sofort. Die Repa

Die UV-beständigen und reißfesten Materialien schützen zudem die Beckenkonstruktion vor Strahlung und chemischen Pflegemitteln, wodurch Ihre Investition länger hält.

Realistische Grenzen von Folienpools

Folienpools haben auch ihre Grenzen. Die Folie benötigt regelmäßige Pflege und ist anfälliger für Beschädigungen durch scharfe Gegenstände als massiv gebaute Pools. Wenn Sie später den Pool vergrößern oder die Form radikal verändern möchten, wird ein Folienwechsel notwendig, was zusätzliche Kosten verursacht. Zudem ist die maximale Tiefe durch die Konstruktion begrenzt – wer einen Pool mit mehreren Metern Tiefe für Sprünge wünscht, sollte eher zu einem Betonbecken greifen. Bei extremen Klimabedingungen mit sehr hohen Temperaturen wird die Folie stärker beansprucht und erfordert intensivere Überwachung der Wasserwerte, um Überhitzung zu vermeiden.

Die Entscheidung für einen Folienpool hängt von Ihren persönlichen Anforderungen ab. Für die meisten Privatgärten bietet diese Lösung das beste Verhältnis zwischen Flexibilität, Kosten und Langlebigkeit. Im nächsten Schritt geht es darum, den richtigen Standort zu wählen und Ihren Garten optimal vorzubereiten.

Planung und Vorbereitung Ihres Folienpools

Den richtigen Standort wählen

Die Standortwahl entscheidet über den langfristigen Erfolg Ihres Folienpools. Der ideale Platz liegt in einer Gegend mit mindestens sechs Stunden Sonneneinstrahlung täglich – das wärmt das Wasser natürlich auf und reduziert später Ihre Heizkosten erheblich. Gleichzeitig vermeiden Sie große Bäume in unmittelbarer Nähe. Laub, das ständig ins Wasser fällt, belastet Ihre Filteranlage und erfordert tägliches Skimmen.

Die Bodenbeschaffenheit ist entscheidend. Sie untersuchen die oberste Schicht auf Steine, Wurzeln und scharfkantige Objekte – diese müssen vollständig entfernt werden, bevor Sie das Bodenvlies verlegen, da sie sonst die Folie durchstechen. Ein ebenes Gelände erleichtert die Installation erheblich. Unebenheiten von mehr als fünf Zentimetern führen zu Spannungsproblemen in der Folie und können Falten verursachen, die sich nicht mehr vollständig glätten lassen.

Sie prüfen auch die Grundwassersituation. Liegt der Grundwasserspiegel sehr hoch, kann Wasser von unten in das Becken drücken und die Folie beschädigen. Ein weiterer praktischer Punkt ist die Nähe zu Ihrer Haustechnik – je kürzer die Rohrleitungen zu Pumpe und Filter, desto effizienter arbeitet Ihr System.

Größe und Form richtig dimensionieren

Die Größe und Form Ihres Pools richten sich nach Ihrem Garten, Ihrem Budget und Ihrer Nutzungsabsicht. Rechteckige Becken sind am einfachsten zu planen und zu verarbeiten, während Freiformpools zwar ästhetisch reizvoll wirken, aber deutlich komplexere Folienzuschnitte erfordern. Oval- oder Nierenformen stellen einen guten Kompromiss dar.

Bei der Größe gilt: Ein Pool mit mindestens vier mal zwei Metern ermöglicht echtes Schwimmen; kleinere Becken eignen sich eher zum Erfrischen. Sie bedenken, dass Sie später mit zwei Personen in das Becken steigen, um die Folie zu verlegen – ausreichend Platz ringsum ist notwendig. Die Tiefe sollte zwischen 1,20 und 1,50 Metern liegen für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wassermenge, Kosten und Sicherheit. Tiefere Becken erfordern stärkere Folien und mehr Druck auf die Konstruktion.

Vor der endgültigen Entscheidung markieren Sie die geplante Poolform mit Schnur oder Kreide auf dem Boden und betrachten Sie die Proportionen mehrere Tage lang aus verschiedenen Blickwinkeln. Was auf dem Plan gut aussieht, kann sich vor Ort völlig anders anfühlen.

Behördliche Anforderungen klären

Behördliche Genehmigungen sind regional unterschiedlich geregelt und hängen von Bundesland, Gemeinde und Nachbarschaft ab. In vielen Bundesländern benötigen Sie für Pools ab einer bestimmten Größe – häufig ab 100 Kubikmetern – eine Baugenehmigung. Kleinere Becken sind oft genehmigungsfrei, aber Ihre Gemeinde kann Abstände zu Nachbargrundstücken vorschreiben.

Sie erkundigen sich rechtzeitig beim zuständigen Bauamt und klären auch Fragen zur Entwässerung ab. Manche Kommunen verlangen, dass Poolwasser nicht direkt in die öffentliche Kanalisation eingeleitet wird. Eine schriftliche Bestätigung von der Gemeinde, dass Ihr geplantes Projekt zulässig ist, erspart Ihnen später Ärger und unerwartete Kosten.

Sie informieren auch Ihre Nachbarn frühzeitig – das erspart Konflikte und zeigt Respekt. Diese Vorbereitungsphase ist zeitaufwendig, aber sie legt den Grundstein für ein reibungsloses Projekt. Mit klaren Vorgaben und behördlicher Sicherheit können Sie anschließend mit der konkreten Planung der Konstruktion beginnen.

Vom Aushub bis zur ersten Füllung

Die Grube ausheben und vorbereiten

Sie beginnen mit dem vollständigen Entfernen des Oberbodens bis zur geplanten Beckentiefe. Markieren Sie die Grube mit Schnur und Pflöcken ab und arbeiten Sie mit ausreichend Platz ringsum – mindestens ein bis zwei Meter über die geplante Beckenkante hinaus. Dies ermöglicht es Ihnen später, die Folie ordnungsgemäß zu befestigen und die Beckenrandsteine zu montieren. Der Untergrund muss völlig eben sein; größere Unebenheiten über fünf Zentimetern führen zu dauerhaften Falten in der Folie, die sich nicht mehr glätten lassen. Nach dem Aushub absaugen Sie die Grube gründlich, um jeden kleinsten Stein und jede scharfkantige Wurzel zu entfernen. Ein einzelner spitzer Stein unter der Folie durchstoßt diese später und verursacht Lecks, die schwer zu finden sind.

Bodenvlies und Folie verlegen

Als nächstes verlegen Sie das Bodenvlies mit einer Stärke von mindestens fünf bis zehn Millimetern – dieses schützt die Folie vor Beschädigungen von unten und gleicht Unebenheiten aus. Das Vlies wird mit leichtem Überstand an den Rändern verlegt und später unter den Beckenrandsteinen fixiert. Erst dann kommt die Poolfolie selbst. Idealerweise arbeiten Sie beim Verlegen zu zweit. Die Folie wird zunächst in die Mitte des Beckens gelegt und dann von dort aus langsam in alle Richtungen ausgebreitet. Barfuß oder in Socken betreten Sie das Becken – jeder Schuh mit rauen Sohlen beschädigt die Folie. Sie glätten die Folie dabei kontinuierlich von der Mitte zu den Rändern hin aus, wobei Sie Falten vermeiden. An den Beckenecken entstehen unvermeidlich Falten, die Sie mit sauberen Bewegungen so klein wie möglich halten. Danach fixieren Sie die Folie am Rand: Je nach Beckentyp verwenden Sie eine Keilbiese oder eine Einhängebiese, um die Folie sicher zu halten. Ein gleichmäßiger Randabstand verhindert, dass sich die Folie später bei der Wasserfüllung verschiebt.

Technik installieren und Wasser einfüllen

Die Installation der Technik erfolgt parallel oder direkt nach der Folieverlegung, noch bevor Sie das Becken vollständig füllen. Skimmer und Einlaufdüsen erfordern präzise Ausschnitte in der Folie, die Sie mit speziellen Werkzeugen vornehmen – Messungen müssen exakt stimmen, sonst entstehen Undichtigkeiten. Die Dichtungen dieser Durchführungen sollten Sie austauschen, falls sie älter als zwei Jahre sind, da Verschleiß zu Lecks führt. Für die Wasserzirkulation wählen Sie zwischen einem Sandfilter und Kartuschenfilter. Der Sandfilter erfordert mehr Platz und regelmäßiges Rückspülen, arbeitet aber kostengünstiger im Betrieb. Der Kartuschenfilter ist kompakter und wartungsärmer, die Kartuschen sind jedoch Verbrauchsmaterial. Die Filteranlage wird in einen separaten Technikschacht oder neben dem Becken positioniert – je näher bei der Wasserlinie, desto effizienter arbeitet die Pumpe. Rohrleitungen sollten kurz und mit sanften Kurven verlegt werden, nicht mit engen Winkeln, da dies den Wasserdurchfluss behindert.

Erst wenn alle technischen Anschlüsse dicht sind, beginnen Sie mit der Wasserfüllung. Füllen Sie zunächst nur ein bis zwei Zentimeter ein und prüfen Sie, ob die Folie richtig anliegt und sich keine unerwarteten Falten zeigen. Danach füllen Sie langsam weiter und drücken die Folie dabei kontinuierlich gegen die Wände, um Spannungen aufzubauen. Dies ist der zeitaufwendigste Teil – Geduld ist entscheidend.

Füllen Sie bis etwa zwei Drittel der Skimmeröffnungshöhe und justieren Sie dann die endgültige Position, bevor Sie bis zur gewünschten Höhe auffüllen. Nach der vollständigen Füllung überprüfen Sie alle Verbindungen erneut auf Dichtheit, bevor Sie die Anlage erstmals in Betrieb nehmen.

Schlussfolgerung

Der Poolbau mit Folie wird durch systematische Vorbereitung und handwerkliche Sorgfalt zu einem realisierbaren Projekt. Sie folgen einer klaren Abfolge: Standort wählen, Boden vorbereiten, Folie verlegen, Technik installieren und Wasser einfüllen. Jede Phase verlangt Aufmerksamkeit, aber keine davon übersteigt die Fähigkeiten einer engagierten Privatperson. Eine hochwertige 0,8-Millimeter-Folie hält acht bis zehn Jahre, wenn Sie sie richtig behandeln, und behördliche Genehmigungen klären Sie frühzeitig, um später keine Überraschungen zu erleben.

Die langfristige Pflege entscheidet darüber, wie lange Ihr Pool Freude bereitet. Regelmäßige Reinigung mit geeigneten Mitteln, die Kontrolle der Wasserwerte und der Schutz vor scharfen Gegenständen bewahren die Folie vor vorzeitigem Verschleiß. Kleine Lecks beheben Sie mit Reparatur-Sets, ohne die gesamte Folie auszutauschen, und eine Abdeckung in den Wintermonaten reduziert Verschmutzung und Verdunstung erheblich. Mit dieser Aufmerksamkeit bleibt Ihr Folienpool über Jahre in gutem Zustand.

Wenn Sie ein anspruchsvolles Projekt mit hohen Qualitätsanforderungen planen, lohnt sich professionelle Begleitung durch Richter Garten. Wir begleiten Ihr Poolprojekt von der ersten Idee bis zur Fertigstellung und sorgen dafür, dass sich der Pool harmonisch in Ihren Garten einfügt. Mit fachgerechter Planung und Ausführung entsteht ein Ort der Entspannung, der langfristig Freude bereitet.