Wie Sie die richtige Grundlage für Ihren Pool schaffen
Die erste Entscheidung beim Poolbau ist nicht die Frage nach der Größe oder dem Material – es ist die Wahl des Standorts. Ein falscher Standort führt zu dauerhaften Problemen, die Sie später nicht mehr beheben können. Hanglagen sind tabu, weil das Wasser dort instabil wird und die Bodenplatte absackt. Sie achten darauf, dass der Boden möglichst eben ist und ausreichend Platz für Erdarbeiten vorhanden ist.
Ein oft unterschätzter Punkt sind Bäume in unmittelbarer Nähe. Nicht wegen des Schattens, sondern wegen der Wurzeln – diese fließen später in den Reinigungsaufwand ein und können die Folie beschädigen. Sie planen mindestens zwei bis drei Meter Abstand zu Bäumen ein.

Auch der Platz für den Betonmischer muss berücksichtigt werden. Ohne diesen Raum wird die Bodenplatte zum Albtraum. Gleichzeitig überlegen Sie, ob Sie später einen Poolroboter nutzen möchten, denn solche Geräte benötigen freien Zugang zum Becken.
Größe und Form bestimmen die statischen Anforderungen
Die Größe und Form Ihres Pools hängen direkt mit der statischen Anforderung zusammen. Freistehende Pools brauchen eine doppelt armierte Betonbodenplatte, um Absenkungen zu verhindern – das ist nicht optional, sondern zwingend erforderlich. Rechteckpools sind bei Einbau am einfachsten zu realisieren, weil sie vollständig im Erdreich liegen können. Ovalformen dagegen müssen zu mindestens zwei Dritteln eingegraben werden und erfordern eine Magertbeton-Hinterfüllung.
Achtformen bieten einen praktischen Vorteil: Sie haben eine flache Seite in der Mitte, wo Sie später Gegenstände ablegen können. Typische Tiefen liegen zwischen 1,2 und 1,5 Metern – tiefere Pools sind nicht nötig für Privatgärten. Eine bewährte Methode zur Visualisierung besteht darin, Klebeband zu nutzen, um die geplante Größe im Garten abzustecken. So bekommen Sie ein realistisches Gefühl dafür, ob der Pool in Ihren Garten passt und wie er wirkt.
Größere Pools kosten nicht nur mehr bei der Anschaffung – sie benötigen mehr Wasser, mehr Chemikalien und deutlich höheren Reinigungsaufwand. Diese laufenden Kosten (Betrieb, Wartung, Wasserwechsel) sollten Sie ehrlich in Ihre Budgetplanung einkalkulieren, bevor Sie sich für die endgültige Größe entscheiden. Informieren Sie sich auch über die verschiedenen Poolbau Arten, um den idealen Pool für Ihr Zuhause zu finden.
Genehmigungen klären, bevor Sie anfangen
Baugenehmigungen sind regional sehr unterschiedlich. In manchen Gemeinden brauchen Sie eine Genehmigung, in anderen nicht – aber Sie müssen das vorher wissen. Ein großer Pool ohne Genehmigung zu bauen und später gestoppt zu werden, kostet Zeit und Nerven. Sie erkundigen sich bei Ihrer Gemeinde oder beim Bauamt, welche Größe genehmigungsfrei ist. Größere oder komplett eingegrabene Pools fallen oft unter die Genehmigungspflicht.
Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird, sind Befüllungsbeschränkungen. Immer mehr Gemeinden regeln, wann und wie oft Sie einen Pool befüllen dürfen, um das Leitungsnetz nicht zu überlasten. Das betrifft vor allem das Frühjahr, wenn viele gleichzeitig ihre Pools füllen. Sie klären auch, ob Ihre Nachbarn Einspruchsrechte haben – das ist regional unterschiedlich. Diese Gespräche führen Sie am besten, bevor Sie mit dem Bau beginnen, denn sie beeinflussen sowohl den Zeitplan als auch die Machbarkeit Ihres Projekts.
Materialauswahl und technische Anforderungen
Polypropylen gilt als das beste Material für Privatpools – die Haltbarkeit reicht bis zu 50 Jahren, und die UV- sowie Chemikalienbeständigkeit überzeugt dauerhaft. Ein großer Vorteil: Polypropylen-Becken entstehen nahtlos, entweder durch Spritzguss oder Schweißen. Das bedeutet für Sie konkret, dass Fugen entfallen und die Reinigung deutlich leichter wird.

Sie ersparen sich damit über Jahrzehnte hinweg Wartungsaufwand an kritischen Schwachstellen. GFK-Pools sind zwar günstiger in der Anschaffung, bringen aber erhebliche Nachteile mit sich – Osmose, Blasenbildung und schlechte Wärmeisolierung treten häufig auf. Hinzu kommt, dass Epoxidharze in GFK-Pools gesundheitliche Bedenken aufwerfen können. Styroporstein-Pools bieten gute Isolierung und funktionieren wie ein Baukastensystem, aber Sie riskieren Schimmel- und Verrottungsgefahr sowie Probleme mit Folienweichmachern. Stahlwand-Pools haben zwar einen günstigen Einstieg, weisen jedoch geringe Isolation, Korrosionsgefahr und regelmäßige Folienwechsel-Aufgaben auf – das bedeutet langfristig versteckte Kosten.
Die Konstruktionsmethode hängt direkt mit Ihrem Standort zusammen. Freistehende Pools brauchen die doppelt armierte Betonbodenplatte, die Sie bereits kennen – diese ist nicht verhandelbar. Komplett eingegrabene Pools erfordern zusätzlich eine Magertbeton-Hinterfüllung, eine Tiefbeckenleiter und möglicherweise Stützmauern. Bei Achtformen kommen zusätzliche Stahlträger in der Bodenplatte hinzu, weil die Form andere statische Anforderungen hat als runde Becken. Teilweise eingegrabene Pools sind ein Mittelweg: Bei Ovalformen müssen mindestens zwei Drittel im Erdreich verbleiben, während Rechteckpools vollständig eingebaut werden können. Diese Unterscheidung bestimmt den Aufwand, die Kosten und die spätere Stabilität Ihres Pools.
Filtersysteme und Wasserpflege richtig dimensionieren
Das Filtersystem entscheidet darüber, wie viel Aufwand Sie später in die Wasserpflege stecken. Eine Sandfilteranlage funktioniert zuverlässig und ist die Standard-Lösung, erfordert aber regelmäßiges Rückspülen. Moderne intelligente Poolsteuerungen wie iControl ermöglichen automatisierte Desinfektion, Temperatur- und Filtermanagement – das reduziert Ihren manuellen Aufwand erheblich. Salz-Wassersysteme arbeiten mit Salzwasserelektrolyse und desinfizieren ohne zusätzliche Chlorzugabe, wodurch der chemische Pflegeaufwand sinkt. UV-Desinfektion tötet Bakterien und Viren im Wasser und senkt den Reinigungsaufwand weiter. Ein Poolroboter wie der xBot erhöht die Reinigungs-Effizienz deutlich und schont Ihre manuelle Pflege – besonders bei größeren Pools lohnt sich diese Investition.
Heizung und Temperaturmanagement von Anfang an planen
Die gewünschte Wassertemperatur muss früh geplant werden, denn die Heizsysteme müssen in die Verrohrung integriert sein. Wärmepumpen mit Inverter-Technologie ermöglichen Heizen und Kühlen für ganzjährig perfekte Wassertemperaturen. Solarheizung ist eine umweltfreundliche und nachhaltige Alternative – sie funktioniert besonders gut in sonnigen Regionen und senkt die Betriebskosten langfristig. Die Größe der Heizanlage berechnen Sie mathematisch in acht Schritten, basierend auf Poolvolumen, gewünschter Temperaturerhöhung und Außentemperatur. Ohne diese Planung landen Sie später mit einer zu schwachen oder zu starken Heizung, die entweder nicht funktioniert oder unnötig Energie kostet.
Notwendige Ausrüstung und Werkzeuge beschaffen
Bevor Sie mit dem Aushub beginnen, sammeln Sie die richtige Ausrüstung. Ein Betonmischer ist unverzichtbar – Sie können ihn mieten, wenn Sie keinen besitzen. Für die Bodenplatte brauchen Sie Bewehrungsstahl, Schalungsbretter und Beton in ausreichender Menge. Die Stahlwand oder das Becken selbst kommt als vorkonfektioniertes Set, das Sie zusammensetzen. Unterlegvlies schützt die Folie vor Beschädigungen durch scharfkantige Steine. Poolfolie in der richtigen Stärke und Farbe bestellen Sie nach den genauen Maßen Ihres Beckens. Für die Verrohrung benötigen Sie PVC-Rohre, Verbindungsstücke und Kleber. Einbauteile wie Gegenstromanlage, Unterwasserscheinwerfer und Skimmer müssen vor dem Befüllen vorbereitet sein. Mit dieser Ausrüstung (und handwerklichen Grundfähigkeiten) schaffen Sie die technische Grundlage für Ihren Pool – und können anschließend mit dem eigentlichen Bau beginnen.
Vom Aushub zur fertigen Poolwanne
Der Aushub als erste konkrete Bauphase
Der Aushub ist der erste konkrete Schritt, und hier zeigt sich, ob Ihre Planung realistisch war. Sie benötigen einen Bagger und mindestens zwei bis drei Tage für diese Phase, je nach Bodenbeschaffenheit und Poolgröße. Der Boden wird bis zur geplanten Tiefe ausgehoben – bei 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe rechnen Sie mit etwa 15 bis 25 Kubikmeter Erdmasse für einen mittleren Pool.

Diese Erde lagern Sie seitlich ein, denn Sie brauchen sie später für die Hinterfüllung.
Achten Sie darauf, dass der Aushub wirklich eben ist – Unebenheiten von mehr als zwei bis drei Zentimetern führen zu Problemen bei der Bodenplatte. Nutzen Sie eine Wasserwaage und prüfen Sie mehrfach nach, bevor Sie mit der Betonarbeit beginnen. Die Bodenplatte ist das Fundament Ihres gesamten Pools und darf nicht improvisiert werden.
Betonarbeiten als unverzichtbares Fundament
Bei freistehenden Pools gießen Sie eine doppelt armierte Betonbodenplatte – das bedeutet Bewehrungsstahl oben und unten mit mindestens 15 Zentimetern Abstand zwischen den Lagen. Für komplett eingegrabene Pools verwenden Sie Magertbeton als Hinterfüllung, sobald die Wand montiert ist. Die Betonplatte wird mit einem Betonmischer angerührt (den Sie mieten können) und muss in einem Arbeitsgang gegossen werden – unterbrechen Sie nicht mittendrin.
Nach dem Gießen dauert es mindestens eine Woche, bis die Platte aushärtet und belastbar ist. Starten Sie die nächste Phase erst dann, wenn der Beton vollständig ausgehärtet ist. Diese Wartezeit ist nicht optional – sie bestimmt die Stabilität Ihres Pools für Jahrzehnte.
Montage der Poolwanne und Vorbereitung der Folie
Die Stahlwand oder das Becken wird anschließend auf die vorbereitete Platte montiert. Vorkonfektionierte Poolsets bestehen aus einzelnen Elementen, die Sie zusammensetzen – moderne Systeme funktionieren wie ein Baukastensystem und erfordern kein Schweißen vor Ort. Positionieren Sie die Elemente genau nach Plan und sichern Sie sie gegen Verrutschen.
Unterlegvlies wird dann zwischen Bodenplatte und Becken verlegt, um die Folie vor scharfkantigen Steinen zu schützen. Das Vlies muss überlappend verlegt werden, mit mindestens 20 Zentimetern Überstand. Danach folgt die Poolfolie, die Sie nach den exakten Maßen Ihres Beckens bestellen. Die Folie wird eingeklemmt und muss absolut faltenlos sitzen – hier lohnt sich Zeit und Geduld.
Befüllung und Installation der Einbauteile
Füllen Sie den Pool langsam und beobachten Sie dabei, wie sich die Folie dem Becken anpasst. Während des Befüllens installieren Sie die Einbauteile wie Gegenstromanlage, Unterwasserscheinwerfer und Skimmer. Diese müssen vor dem vollständigen Befüllen positioniert sein, da Sie sie sonst nicht mehr richtig einbauen können.
Die Verrohrung zur Sandfilteranlage wird parallel installiert und muss dicht sein – prüfen Sie alle Verbindungen zweimal. Erst danach erfolgt die Hinterfüllung: Bei eingebauten Pools füllen Sie den Magertbeton seitlich hinter die Wand, um Druck auszugleichen und die Stabilität zu sichern. Diese Phase dauert mehrere Tage, und Sie dürfen den Pool nicht belasten, während die Hinterfüllung aushärtet.
Abschließende Gedanken zum Poolbau selbst gemacht
Der Poolbau selbst gemacht erfordert Planung, handwerkliches Geschick und Durchhaltevermögen – aber er ist machbar. Die wichtigsten Schritte lassen sich auf wenige Punkte reduzieren: Standort sorgfältig wählen, Genehmigungen klären, das richtige Material auswählen und die Betonarbeiten nicht improvisieren. Wer diese Grundlagen ernst nimmt, vermeidet später teure Fehler. Die Bodenplatte ist nicht verhandelbar, denn sie bestimmt die Stabilität Ihres Pools für Jahrzehnte.
Anfängerfehler entstehen oft durch Ungeduld oder mangelnde Vorbereitung. Viele unterschätzen die Wartezeiten beim Aushärten von Beton, planen die Heizung zu spät oder wählen ein Filtersystem, das nicht zur Poolgröße passt. Ein häufiger Fehler ist auch, die laufenden Kosten zu ignorieren – größere Pools benötigen mehr Wasser, mehr Chemikalien und deutlich höheren Reinigungsaufwand. Die Nähe zu Bäumen wird oft unterschätzt, da Wurzeln den Reinigungsaufwand erheblich erhöhen und die Folie beschädigen können (besonders bei Ovalformen und Achtformen).
Mit modernen Systemen wie intelligenter Poolsteuerung und Salzwasserelektrolyse sinkt der manuelle Aufwand erheblich, und ein Poolroboter lohnt sich besonders bei größeren Becken. Wenn Sie sich unsicher sind oder ein komplexes Projekt planen, begleitet Richter Garten Sie als Garten- und Hausregisseur durch alle Phasen – von der Vision über die Planung bis zur Realisierung.
