Schalsteine für Poolbau: Der ultimative Baustein-Guide

Erfahren Sie, wie Sie Schalsteine für Poolbau richtig auswählen, verlegen und pflegen; der komplette Leitfaden für Ihr Bauprojekt.

Wie Schalsteine beim Poolbau funktionieren

Schalsteine sind Hohlkammersteine aus Beton oder Styropor, die als tragende Wände beim Poolbau dienen. Sie werden übereinander gestapelt und bilden eine Schalung, die später mit Beton verfüllt wird. Der Aufbau funktioniert nach einem bewährten Prinzip: Jeder Stein verfügt über vertikale und horizontale Kammern, in die Stahlbewehrung eingelegt wird. Beim Verfüllen mit Beton entsteht eine monolithische Wand, die den Wasserdruck standhält. Die Bewehrung – typischerweise 8 bis 10 Millimeter starke Eisen in jeder Kammer – verhindert Risse und Verformungen. Ein praktisches Beispiel zeigt die Dimensionen: Ein rechteckiges Becken von 7 Metern Länge und 3,5 Metern Breite bei 1,5 Metern Tiefe benötigt etwa 24 Reihen Schalsteine. Die erste Reihe wird auf einer verdichteten Bodenplatte verlegt, meist mit einem Mörtelbett von 10 bis 15 Zentimetern Beton darunter. Die Steine selbst wiegen je nach Typ zwischen 40 und 80 Kilogramm, was die Handhabung vor Ort berücksichtigen lässt. Besonders wichtig ist die vertikale Bewehrung: Sie wird in vorgebohrte Löcher der Bodenplatte eingeschlagen und reicht bis oben in die letzte Steinreihe (dies verhindert, dass der Wasserdruck die Wände auseinandertreibt).

Styropor versus Beton als Material

Wärmedämmung bei EPS-40 Styropor-Schalsteine bieten integrierte Wärmedämmung und wiegen deutlich weniger als Betonschalsteine. Ein Styroporstein ist etwa ein Drittel so schwer wie ein vergleichbarer Betonstein, was den Aufbau erheblich erleichtert und Rückenschmerzen reduziert. Die Wärmedämmung bei Styropor ist durchgehend 9,5 Zentimeter stark und sorgt dafür, dass Wärmeverluste um 20 bis 30 Prozent sinken. Das verlängert die Badesaison spürbar – Sie können früher im Frühling starten und länger im Herbst baden. Betonschalsteine hingegen erfordern zusätzliche Dämmplatten innen und außen, was mehr Material und Arbeit bedeutet. Dafür bieten Betonschalsteine höhere Druckfestigkeit, was bei größeren Becken oder ungünstigen Bodenverhältnissen vorteilhaft sein kann. Die Kostenrechnung zeigt: Styroporstein-Systeme sind wirtschaftlicher, da Material und Arbeitszeit zusammen bei Styropor etwa 15 bis 20 Prozent günstiger ausfallen als bei Betonsteinen mit zusätzlicher Dämmung.

Der Vorteil gegenüber anderen Bauweisen

Schalsteine schlagen traditionelle Gießbecken aus mehreren Gründen. Bei einem gegossenen Betontank entsteht eine massive Wand, die monolithisch ist, aber sehr lange aushärten muss – oft mehrere Wochen. Schalsteine ermöglichen Baufortschritt in Tagen statt Wochen. Die Nut- und Federsysteme ermöglichen präzise Passung ohne schwere Baumaschinen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Einbauteile wie Skimmer, Einströmdüsen und Scheinwerfer während des Aufbaus direkt in die Steine eingesetzt werden. Bei gegossenen Tanks müssen diese nachträglich ausgestemmt werden, was zu Beschädigungen führt.

Schalsteine ermöglichen auch Modularität – Sie passen die Größe flexibel an, ohne komplizierte Schalungsarbeiten durchführen zu müssen. Ein Becken von 6 mal 3 Metern ist genauso machbar wie eines von 8 mal 4 Metern. Die Betonverfüllung selbst lässt sich flexibel zeitlich planen, sodass Sie nicht alles an einem Tag gießen müssen. Das gibt Ihnen Kontrolle über den Bauablauf und reduziert Stress auf der Baustelle. Welche Qualitätsmerkmale Sie bei der Auswahl beachten sollten, zeigt sich erst bei genauerer Betrachtung der Druckfestigkeit und Haltbarkeit.

Worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt

Druckfestigkeit und Langzeitstabilität

Die Druckfestigkeit eines Schalsteins entscheidet darüber, ob Ihr Pool nach fünf oder fünfzehn Jahren Risse bekommt. Betonschalsteine mit einer Festigkeitsklasse von mindestens C25/30 halten dem Wasserdruck zuverlässig stand – das ist der entscheidende Wert, den Sie beim Kauf überprüfen sollten. Bei einem rechteckigen Becken von 7 Metern Länge, 3,5 Metern Breite und 1,5 Metern Tiefe lastet auf den unteren Steinreihen ein Druck von etwa 15 Tonnen pro Quadratmeter. Schwache Materialien versagen unter dieser Last innerhalb weniger Jahre. Die vertikale Bewehrung mit 8 bis 10 Millimeter starken Eisenstäben in jeder Kammer ist nicht optional – sie verhindert, dass der Wasserdruck die Wände auseinandertreibt. Kontrollieren Sie während der Verarbeitung, dass die Bewehrungseisen korrekt positioniert sind, bevor Sie Beton gießen. Fehler hier kosten später tausende Euro an Reparaturen.

Wärmedämmung und Badesaison-Verlängerung

Styropor-Schalsteine wie die EPS-40-Variante bieten einen entscheidenden Vorteil: Ihre integrierte 9,5 Zentimeter dicke Wärmedämmung reduziert Wärmeverluste um 20 bis 30 Prozent. Das bedeutet konkret, dass Sie die Badesaison um vier bis sechs Wochen verlängern können – im Frühling früher starten, im Herbst länger bleiben.

Betonschalsteine erfordern zusätzliche XPS-Dämmplatten innen und außen, was Material und Arbeitskosten erhöht. Während Betonschalsteine nicht druckfestiger sind als Styropor-Varianten, bieten sie bei ungünstigen Bodenverhältnissen oder größeren Becken eine höhere Sicherheitsmarge. Die Kostenrechnung zeigt: Styroporstein-Systeme sind wirtschaftlicher, da Material und Arbeitszeit zusammen bei Styropor etwa 15 bis 20 Prozent günstiger ausfallen als bei Betonsteinen mit zusätzlicher Dämmung.

Oberflächenqualität und Verputzbarkeit

Der Oberflächenfinish ist beim späteren Verputz entscheidend. Rauhe Oberflächen mit patentierten schwalbenschwanzförmigen Vertiefungen verkrallen den Putz mechanisch und steigern die Abrissfestigkeit um das Zehnfache. Das bedeutet, dass der Putz nicht abplatzt und Ihre Innenwand über Jahrzehnte glatt bleibt. Ästhetisch können Sie nach dem Verputzen zwischen Fliesen, Poolfarben oder strukturierten Beschichtungen wählen – die Basis muss aber stabil sein. Ein verrottungsfestes Schutzvlies mit mindestens 300 Gramm pro Quadratmeter schützt Ihre spätere Poolfolie vor Reibung und Pilzbefall – das ist keine Luxus-, sondern eine Notwendigkeit. Ohne diesen Schutz halten Folien nur fünf bis sieben Jahre, mit Vlies zehn bis fünfzehn Jahre.

Die richtige Materialwahl treffen

Ihre Wahl zwischen Styropor und Beton hängt von drei Faktoren ab. Erstens vom Bodenzustand: lockerer Boden erfordert höhere Druckfestigkeit und damit eher Betonschalsteine. Zweitens von Ihrer Badesaison-Strategie: Wärmedämmung verlängert die Nutzung spürbar und spricht für Styropor. Drittens von Ihrem Budget und Ihrer Bereitschaft zur Eigenleistung – Styropor-Systeme sind wirtschaftlicher und praktischer für Selbstbauer, weil das Gewicht um etwa zwei Drittel niedriger liegt.

Kontrollieren Sie bei der Materialauswahl, dass die Steine exakt übereinander passen und dass keine Beschädigungen an Nut und Feder vorliegen. Die praktische Verlegung dieser Steine erfordert präzise Vorbereitung und die richtige Mörtelwahl, um eine wasserdichte Konstruktion zu schaffen.

Praktische Verlegung und Versiegelung von Schalsteinen

Der richtige Untergrund entscheidet über Langzeitstabilität

Die Qualität der Verlegung entscheidet darüber, ob Ihr Pool nach zehn Jahren noch dicht ist oder bereits Wasserschäden zeigt. Der Untergrund muss verdichtet und eben sein – eine Bodenplatte aus faserverstärktem Beton in mindestens 25 Zentimetern Stärke bildet die Basis. Bevor Sie die erste Steinreihe verlegen, bringen Sie ein Mörtelbett von 10 bis 15 Zentimetern Beton auf und verdichten es gründlich. Dieses Fundament verhindert, dass sich die Steine später verschieben und Risse entstehen. Lockerer Boden ist der größte Feind einer stabilen Konstruktion: Ist das Erdreich nicht ausreichend verdichtet, setzt sich die gesamte Konstruktion mit der Zeit ab – selbst kleine Setzungen von wenigen Millimetern führen zu Spannungsrissen in der späteren Folie. Kontrollieren Sie vor dem Bau, dass der Boden mit mindestens 95 Prozent Verdichtungsgrad vorbereitet ist.

Die erste Steinreihe wird entweder in einem Mörtelbett verlegt oder direkt auf die Bodenplatte geklebt – beide Verfahren funktionieren, solange die Ausrichtung präzise ist. Verwenden Sie eine Wasserwaage und kontrollieren Sie die Höhe aller Steine der ersten Reihe mehrfach, denn jede Unebenheit hier pflanzt sich nach oben fort und wird mit jeder Reihe schlimmer.

Mörtelwahl und Fugentechnik für wasserdichte Fugen

Das richtige Mörtel ist entscheidend für die Dauerhaftigkeit der Fugen. Verwenden Sie ausschließlich Klebe- und Armierungsmörtel für Poolbau, nicht handelsüblichen Zementmörtel – dieser ist nicht wasserdicht und bricht nach wenigen Witterungszyklen auf. Die Fugen zwischen den Steinen sollten etwa 5 Millimeter breit sein und vollständig mit Mörtel ausgefüllt werden, sonst dringt Wasser ein und zerstört von innen heraus die Konstruktion. Nach dem Verfüllen der Kammern mit Beton (mindestens C20/25-Qualität, besser C25/30) folgt die Abdichtung – diese ist nicht optional, sondern lebensnotwendig.

Tragen Sie innen und außen eine Dichtschlämme auf, die das Mauerwerk versiegelt und verhindert, dass Wasser eindringt. Ein verrottungsfestes Schutzvlies mit mindestens 300 Gramm pro Quadratmeter wird dann auf dem fertigen Untergrund verlegt – dieses Vlies schützt die spätere Poolfolie vor scharfkantigen Steinen und Pilzbefall. Ohne diesen Schutz halten Folien durchschnittlich nur 7 bis 8 Jahre, mit Vlies 12 bis 15 Jahre.

Oberflächenfinish durch Verputz und Gewebe-Spachtel-Verfahren

Die Verputzung der Innenwand erfolgt mit einem Gewebe-Spachtel-Verfahren: Erst Grundputz, dann eine Gewebeeinlage einspachteln, dann Finish-Putz auftragen. Dieses Verfahren steigert die Langzeitfestigkeit um das Mehrfache, weil das Gewebe Risse abhält und die Oberfläche glatt wird. Die rauhe Oberflächenstruktur der Schalsteine (mit ihren patentierten schwalbenschwanzförmigen Vertiefungen) verkrallt den Putz mechanisch und steigert die Abrissfestigkeit um das Zehnfache – das bedeutet, dass der Putz nicht abplatzt und Ihre Innenwand über Jahrzehnte glatt bleibt. Nach dem Verputzen können Sie zwischen Fliesen, Poolfarben oder strukturierten Beschichtungen wählen, die Basis muss aber stabil sein.

Abschließende Gedanken

Schalsteine für Poolbau bieten Ihnen eine bewährte Lösung, die Stabilität, Wirtschaftlichkeit und praktische Verarbeitung vereint. Die Entscheidung zwischen Styropor- und Betonvarianten hängt von Ihren spezifischen Anforderungen ab: Styropor überzeugt durch integrierte Wärmedämmung und geringeres Gewicht, während Beton bei ungünstigen Bodenverhältnissen zusätzliche Sicherheit bietet. Die Druckfestigkeit von mindestens C25/30, die korrekte vertikale Bewehrung und die fachgerechte Abdichtung entscheiden darüber, ob Ihr Pool nach fünf oder fünfzehn Jahren noch dicht ist.

Ein verrottungsfestes Schutzvlies mit mindestens 300 Gramm pro Quadratmeter verlängert die Lebensdauer Ihrer Poolfolie von sieben auf zwölf bis fünfzehn Jahre. Die Wärmedämmung bei Styropor-Systemen reduziert Ihre Heizkosten um 20 bis 30 Prozent und verlängert die Badesaison um vier bis sechs Wochen – ein spürbarer Mehrwert über viele Jahre hinweg. Regelmäßige Wartung beschränkt sich auf die Wasserpflege und gelegentliche Inspektionen der Folie; die Konstruktion selbst bleibt wartungsfrei, wenn sie fachgerecht ausgeführt wurde.

Bei der Poolplanung arbeiten Sie am besten frühzeitig mit einem erfahrenen Partner zusammen, der alle Aspekte von der Bodenvorbereitung über die Materialwahl bis zur Oberflächenfinish berücksichtigt. Richter Garten begleitet Sie als Garten- und Hausregisseur durch alle Phasen Ihres Poolprojekts – von der Vision über die Planung bis zur Realisierung. Mit handwerklicher Präzision entstehen durchdachte Lebensräume, in denen Architektur und Natur harmonisch zusammenfließen.